Teil 2: Handlungsmöglichkeiten

Dialog mit der Landwirtschaft

In der Nutzungskartierung wurde bereits deutlich: die Landwirtschaft hat in Grebin einen hohen Stellenwert. Zur landwirtschaftlichen Fläche gehören die Äcker, das weitaus meiste Grünland und Knicks/Feldgehölze. Zusammen ergeben sie 1731,3 ha, entsprechend 71,5 % der gesamten Gemeindefläche. Das ist deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (und auch mehr als auf der Gemeinde-Website ausgewiesen). Mehr als zwei Drittel der Gemeindefläche werden von sehr wenigen landwirtschaftlichen Betrieben kontrolliert.
Allein daran wird schon klar: Hinsichtlich ökologischer und Klimafragestellungen führt an der Landwirtschaft kein Weg vorbei. Umgekehrt gilt aber auch: Für die Landwirte führt kein Weg daran vorbei, sich mit diesen Themen ernsthaft auseinander zu setzen  und zwar im eigenen Interesse.  Es ist absehbar, dass die ökologischen Anforderungen steigen werden, Deutschland hinkt bei der Umsetzung europäischer Richtlinien schon deutlich hinterher. Der externe Input und die externen Kosten der industriellen Landwirtschaft werden weiter immens steigen, so dass sie sich selbst ad absurdum führen wird. 
In der vorliegenden Arbeit werden immer wieder Aussagen gemacht, die die Landwirtschaft oder ihre Flächen berühren. In der angespannten öffentlichen Debatte wehren sich die Landwirte gegen ein schlechtes Image.
Um die Diskussion sachlich zu halten, sind mir folgende Klarstellungen wichtig.
  1. Politische Kampfbegriffe helfen nicht weiter. Es sollte statt dessen möglich sein, sich über konkrete Sachargumente zu einigen.
  2. Ich unterscheide zwischen dem System Landwirtschaft und den Landwirten. Wir alle sind Akteure, die sich innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen bewegen. Das gilt auch für die Landwirte. Sie arbeiten nach der erlernten und geforderten fachlichen Praxis. Sie folgen den Empfehlungen und Expertise ihrer beruflichen Verbände. Sie sind eingebunden in wirtschaftliche Strukturen. Sie wollen Geld verdienen wie alle anderen Erwerbstätigen auch.
  3. Kritik an den Strukturen und an bestimmten Praktiken ist erlaubt und geboten. Damit sind nicht die Landwirte selbst gemeint, sondern eben die Strukturen. (Vergleich: Ich kann z.B. den überbordenden Individualverkehr kritisieren, auch wenn ich selber Auto fahre.) Wahrscheinlich gibt es nicht wenige Landwirte, die selbst bestimmte Praktiken oder Zustände kritisch sehen.
  4. Die Existenzsorgen insbesondere der kleineren Betriebe sind ernst zu nehmen.
Wir brauchen verstärkt das Gespräch und gegenseitiges Verständnis. Wir brauchen die allseitige Bereitschaft, gemeinsame Lösungen zu finden.

Potential: Unsere Landwirte und Landwirtschaft.


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