Teil 2: Handlungsmöglichkeiten

Kommunikation

Alles soziale Leben baut auf Kommunikation auf. Wenn wir in unserer Gemeinde etwas gemeinsam erreichen wollen, müssen wir miteinander reden, uns erleben und eine eigene Kultur etablieren. So wie es in der Familie ein eigenes Familiengefühl gibt, eine „Familienhandschrift“, so kann es auch in größeren Gebilden identitätsstiftende Symbole, Handlungen, Traditionen, Feste, Gebräuche geben.
In Grebin leben inzwischen viele Menschen, die zugezogen und noch längst nicht eingewurzelt sind. Ich selbst gehöre dazu. Sie kennen nicht die alten Gebräuche und Aktivitäten oder haben keinen inneren Zugang dazu (z.B. Schützenfest). Es wäre sinnvoll, neue Gebräuche und Aktivitäten zu erschaffen und mit Leben zu füllen, so dass sich alle eingeladen und einbezogen fühlen, Jungbürger wie Altbürger. Vielleicht muss man sich auch mal einen inneren Ruck geben etwas zu besuchen, was nicht zu den eigenen Favoriten gehört.
Kommunikation findet also auf vielen Kanälen statt und geht weit über reinen Informationsaustausch hinaus – auch wenn dieser natürlich sehr wichtig ist. 
Moderne IT-Technik kann dabei sehr hilfreich sein: eine lokale Internet-Plattform für Grebin, auf der sich die Menschen nicht nur für Alltägliches austauschen können, sondern in strukturierter Weise Ideen, Vorschläge und Pläne diskutieren, Entscheidungen treffen und Realisierungen verabreden. Das ist viel mehr, als Facebook & Co leisten. Es gibt etliche kommerzielle Lösungen, z.B. „nebenan.de“. Ich schlage dafür die kommunale Bürgerbeteiligungs-Software „Consul“ vor. 
Dabei stützt sich Consul auf fünf Säulen:
  1. Bürgerhaushalte - Bürgerinnen und Bürger können Ausgabenvorschläge für Teile des städtischen Budgets machen, um Projekte in der Stadt umzusetzen. Die Vorschläge, die die meisten Stimmen erhalten, werden umgesetzt. In Madrid etwa bestimmten die Bürgerinnen und Bürger über 100 Millionen Euro.
  2. Vorschläge - Bürgerinnen und Bürger können Ideen für neue Gesetze oder Aktionspläne, die in die Zuständigkeit der Stadtverwaltung fallen, einbringen und unterstützen. Erreichen sie ein gewisses Quorum, wird darüber abgestimmt.
  3. Abstimmungen - Es kann sowohl über Vorschläge von Bürgerinnen und Bürger als auch von Institutionen abgestimmt werden. Außerdem ist es möglich, das gesamte Stadtgebiet oder nur bestimmte Bezirke einzuschließen.
  4. Debatten - Consul bietet eine Diskussionsplattform, die nicht zu einer direkten Entscheidungsfindung führt, sondern der Stadt Zugang zur öffentlichen Meinung verschafft und den Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit gibt sich untereinander auszutauschen und ihre Erfahrungen einzubringen.
  5. Kollaborative Gesetzgebung – Aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Ausarbeitung von Gesetzen und Aktionsplänen.Gesetzestexte können kommentiert und diskutiert werden.

Die Technik allein schafft noch gar nichts. Sie muss ausreichend genutzt werden, damit Kommunikation fließt und lebt. Dann jedoch hat sie enorme Potentiale:

  • Sie kann beitragen, die verschiedenen Ortsteile besser zu integrieren
  • Selbsthilfe- und Themengruppen können sich bilden, z.B. die CO2-Watcher (s.u.), Tausch- und Schenkbörsen, Saatgutgruppe (s.u.), Nabu-Ortsgruppe, Mobilitätskonzept, usw.
  • Kooperation zwischen Gemeindevertretung und Einwohnern kann stattfinden, und zwar schon im Vorfeld von GA- und GV-Sitzungen, abgestimmte Anliegen können an die Gemeindevertretung herangetragen werden
  • Vernetzung im Dorf
  • kann Beziehungen stiften


Potential: Kommunikationsplattform im Dorf

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