Low Tech

Maschinen erleichtern nicht nur die Arbeit, sie bringen auch einige weniger willkommene Konsequenzen mit sich.
Ich verzichte weitgehend auf Maschinen und große technische Hilfsmittel. Gründe dafür sind gartenbauliche, ökologische, finanzielle und solche der Unabhängigkeit.

gartenbauliche Gründe

Ich arbeite sehr kleinteilig, sowohl in der Zeit als auch im Raum. Kleine Beete bzw. wenige Reihen, in enger zeitlicher Staffelung lassen sich mit Maschinen nicht sinnvoll bearbeiten. Maschinen würden mir die Reihenabstände vorgeben, die sie brauchen - und nicht ich oder die Pflanzen. Sie würden ausreichend breite Wege erfordern, die von der verfügbaren Fläche abgehen. Bei einem kurzen und kleinen Einsatz lohnt es kaum, die Maschine einsatzfertig zu machen. Und wenn sie doch läuft, muß ich meine Aufmerksamkeit mehr auf die Maschine richten als auf den Boden.

ökologische Gründe

Die industrielle Landwirtschaft trägt sehr stark zum Klimawandel und Umweltzerstörung bei. Vor allem durch den enormen Energieverbrauch und die Bodenschädigungen.
Auch die biologische Landwirtschaft setzt große Maschinen ein, deren Herstellung und Betrieb viel fossile Energie verbrauchen. Auch diese Maschinen sind schwer und verdichten die Böden oder stören das Bodenleben. Damit überhaupt Maschinen eingesetzt werden können, ist eine umfangreiche betriebliche und überbetriebliche Infrastruktur notwendig: Energieversorgung, Fabriken und Werkstätten, Straßen, Verwaltung, Finanzierung, usw.. All das erfordert seinerseits Aufwand, Energie und Rohstoffe. Der ökologische Rucksack ist von vornherein belastet.
Das alles erspare ich mir und den Mitgliedern der Gartengemeinschaft.

wirtschaftliche Gründe

Maschinen kosten viel Geld. Die notwendigen Zusatzgeräte kosten nochmals viel Geld. Wartung, Pflege, Unterhaltung, Maschinenhallen usw. kosten wiederum Geld. Sie setzen eine Spirale von Kostensteigerungen in Gang.
Sicher könnte ich mit Hilfe von Maschinen mehr Fläche bearbeiten und mehr ernten. Aber erstens habe ich gar nicht mehr Fläche und zweitens ist es eine Illusion, dass "ich" mehr ernten würde. In Wirklichkeit beteiligen sich dann viele Menschen in Fabriken, in der Ölförderung, in Verwaltungen, im Marketing und vielen Bereichen mehr an meinem kleinen Gartenbau. Sie müssen alle bezahlt werden - und zwar mit Geld, nicht etwa mit Gemüse.
Ich wäre gezwungen, Geld zu erwirtschaften, obwohl ich doch Gemüse anbauen will. Das klingt vielleicht merkwürdig, aber der Fokus ist ein fundamental anderer.

Unabhängigkeit

Ich bleibe unabhängig von Banken und Schuldendienst.
Ich bleibe weitgehend unabhängig von externen Inputs. Ich könnte selbst dann weiter arbeiten, wenn die gesamte Lieferkette für Maschinen oder Energie zusammenbrechen sollte.
Durch den Verzicht auf Maschinen bin ich resilienter.