Hintergrund

Wir sind gewöhnt, Dinge zu kaufen, d.h. einen Preis in Geld dafür zu bezahlen. Wie sie entstanden sind, interessiert uns normalerweise nicht und entzieht sich völlig unserer Kenntnis. Ebensowenig interessieren uns die Menschen, die daran beteiligt waren.
Das ist praktisch allen gekauften Dingen gemeinsam und macht sie zu einer Ware. Die entscheidende Eigenschaft einer Ware ist der Preis. Wir halten den Preis für ein getreues Abbild der Kosten, für gut, richtig und selbstverständlich.

Aber ist das wirklich richtig?
Meine Tomaten haben eine leuchtende Farbe, erfrischenden Saft und süßen Geschmack. Das sind wichtige Eigenschaften. Sie haben von Natur aus aber keinen Preis. Sie sind also keine Ware und können folglich nicht verkauft werden. Ich kann sie nur verschenken.

So geht es in Wirklichkeit mit allen gekauften Dingen. Die wichtigen Eigenschaften werden durch den Preis in den Hintergrund gedrängt. Und viele Kosten werden keineswegs im Preis abgebildet.
Wieviel kosten z.B. die vielen Tier- und Pflanzenarten, die von unseren Chemie-behandelten Äckern verschwunden sind? Oder das reine Grundwasser, das unter ihnen vergiftet wird?
Wieviel kostet das Elend der Menschen, die in Afrika von ihrem Land vertrieben wurden zugunsten einer Rosenfabrik für europäische Discounter?
Der Preis gibt keine Auskunft darüber, ja er verschleiert sogar die Tatsache, dass es solche Probleme überhaupt gibt.

In der Gartengemeinschaft Grebin wird das Gemüse nicht verkauft, sondern geteilt. Es soll erlebbar sein, wie es entsteht und welche Menschen und welches Umfeld daran beteiligt sind.
Die Beiträge der Mitglieder sind kein Preis, sondern sie ermöglichen die Produktion und die Pflege der Lebendigkeit im Garten.

Diese neue Sichtweise verbreitet sich weltweit immer mehr. Im englisch-sprachigen Raum gibt es die "community supported agriculture" (CSA), im deutschen spricht man von Solidarischer Landwirtschaft. Auf dieser Website gibt es viele gute Informationen.


Wikipedia beschreibt sie so:

Als Solidarische Landwirtschaft wird eine Form der Vertragslandwirtschaft bezeichnet, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem Partner-Landwirt kooperiert.
Die Verbraucher geben eine Abnahmegarantie für die Produktion des Landwirtes und erhalten im Gegenzug Einblick und Einfluss auf die Produktion (zumeist biodynamisch oder anderweitig ökologisch). In einigen Fällen geben die Verbraucher dem Landwirt auch ein zinsgünstiges Darlehen, um den Aufbau des Hofes oder die Umstellung auf ökologische Produktion zu ermöglichen. Diese Partnerschaft unterstützt eine lokale Produktion und eine lokale Ernährung.