Was ist ein bedingungsloses Grundeinkommen?
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Realisierung / Finanzierung
- Verteilung
- Wie soll verteilt werden?
Bevor über die unterschiedlichen Ansätze ("Modelle") zur Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens gesprochen wird, sei etwas
Wichtiges vorangestellt.
Lassen wir für einen Moment mal das Geld beiseite und konzentrieren wir uns auf die realen Dinge, die von der Wirtschaft produziert,
geleistet und verteilt werden - also die konkrete Wertschöpfung und nicht ihre monetäre Abstraktion.
Beim bedingungsloses Grundeinkommen ist das Geldeinkommen ja auch nicht Selbstzweck, sondern es geht um die Teilhabe an den konkreten Dingen.
Für das bedingungslose Grundeinkommen muß kein einziger Krümel zusätzlich produziert, kein einziger Handschlag zusätzlich geleistet werden.
Es geht einzig und allein um die Verteilung dessen, was ohnehin schon existiert. Ein Kuchen bleibt bekanntlich gleich groß, auch wenn
er statt in große Stücke in mehrere kleine geschnitten wird.
Egal also, welcher Anteil der Wertschöpfung in die Verteilung einbezogen wird: er ist im Prinzip immer finanzierbar (=verteilbar), weil nur Dinge
eingehen, die bereits existieren! Es gleicht einer Patience, die immer aufgeht. Die Debatte um die Finanzierbarkeit ist eine
Gespensterdebatte.
Bei dem Argument der (Nicht-)Finanzierbarkeit geht es in Wirklichkeit nicht um eine sachliche Möglichkeit oder Unmöglichkeit, sondern um den
Willen oder Unwillen, um die Bereitschaft oder den Mangel an Bereitschaft - also um eine politische und nicht um eine wirtschaftliche Frage.
Das Grundeinkommen kostet kein zusätzliches Geld, es kostet nur politischen Willen!
Verteilen heißt, daß diejenigen etwas abgeben, die viel haben.
Abgeben heißt, von seinem akkumulierten Reichtum und/oder von seinen Einkünften etwas abzugeben.
Und das ist eben eine "Abgabe", eine Steuer, ein Beitrag oder wie immer man das nennen will.
Nun werden es manche als ungerecht empfinden, wenn sie von ihrem "rechtmäßig Erworbenen" für potentielle "Faulenzer" aufkommen sollen,
sie, die eigene Leistungen erbringen, für jene, die nichts leisten.
An dieser Stelle geht es nicht um die Unterstellung der Faulheit (das wurde an anderer Stelle bereits ausführlich behandelt),
sondern um den vermeintlich rechtmäßigen Erwerb und die "eigene Leistung".
Ja, in einem formal-juristischen Sinne mag das stimmen. Aber in einem sachlichen und historischen Sinne nicht.
Der Erwerb und die Akkumulation von Reichtümern beruht auf vielen gesellschaftlichen Voraussetzungen.
Viele Gesellschaften und noch mehr Generationen
haben gearbeitet und gewirkt, daß die heutigen Möglichkeiten des Erwerbs überhaupt existieren. Dazu gehören z.B. das Rechtswesen, staatliche
Infrastrukturen, Geldwesen, eine politische Kultur, die ein Privateigentum und Zinsen grundsätzlich akzeptiert, Handelsstrukturen,
gemeinsame Grundlagen von Werten, Bildung, Gesundheit, Wissenschaft und vieles mehr. Das alles ist keineswegs selbstverständlich!
Unzähligen Wissenschaftlern und Ingenieuren ist es beispielsweise zu verdanken, daß uns heute Maschinen viel Arbeit abnehmen können.
Das ist eine historische Gemeinschaftsleistung, deren Nutzen auch der Gemeinschaft zugute kommen muß, indem alle von den
Erträgnissen bekommen und weniger arbeiten müssen.
Auch heute wird wie selbstverständlich vom staatlichen Schulwesen verlangt, daß
die Schüler für betriebliche Aufgaben vorbereitet werden - auf Kosten des Steuerzahlers. Oder daß Subventionen gezahlt werden.
Hinzu kommt, was wir an Vorteilen aus anderen Ländern abgezogen haben und noch abziehen.
Es gibt in der heutigen Wirtschaft praktisch keine rein "eigene Leistung" mehr!
Es ist Vermessenheit, die heutige zum Teil skandalöse Verteilung mit eigener Leistung zu begründen.
Die Finanzierungsfrage lautet: Wie verteilen wir so, daß unser Ziel bestmöglich erreicht wird und daß es möglichst praktisch,
transparent und demokratisch zugeht?
Dazu gibt es unterschiedliche Ansätze.
Weiterer Text folgt noch ...